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03. August 2009

hermajestysthunder.com

hermajestysthunder.com

This blog is about experiencing India Bullet-wise. Crossing high altitude mountain passes and dense humid jungle on the back of a Royal Enfield Bullet has always been a distinguished experience. Feel free to track the various aspects of this way of Life by selecting from “Tags” or “Categories”.

Royal Enfield India: “built like a cannon, runs like a bullet”

Falcon Motorcycles, LA

07. August 2009

You have too much money and 2-wheeled visions? Book a flight to LA and get your pimped bullet or your bullet pimped. They also do Nortons & BSAs…

See your Bullet being built

03. August 2009

Here’s a factory video that shows some parts of the assembly road and how your bike (slowlyslowly) gets into shape:

Colonel Blimp’s Dispach Riders

03. August 2009

Here’s a real nice example of old English dispatch riders on Enfields: (Just make it through the intro; it’s the first scene)

Hügelauf hügelab durch Himachal

31. Mai 2009
Bhakra Dam

Bhakra Dam

Mehrere Dinge konnten wir die vergangenen Wochen testen. Erstens den komplexen Verladevorgang des Bikes auf den Zug. An der Old Delhi Railway Station sind wir erst einmal in die Irre geschickt worden, trotz extra angeheuertem Verladeagenten. Dannach folgte der Benzinleervorgang. Der Tank muss quasi trocken sein. Das Auftreiben von immer mehr leeren Petflaschen war ein logistisches Meisterstück. In diese tröpfelte dann das Benzin im Schneckentempo hinein um dann von Hand zu Hand Richtung Schwarzmarkt weitergereicht zu werden. Der diensthabende Polizei-Wachtel hat auch gleich seinen Teil kassiert – für‘s Aufpassen. Dann folgt das Verpacken des Oberteils in Jutesack-Teilchen. Diese werden angenäht und schützen offenbar das Kraftrad vor kaltem Fahrtwind. Unten herum muss es frieren. Nummern werden mit Filzstift und einem in schwarze Farbe getauchten Pinsel aufgemalt – auf die Jutebespannung, die Seitenkoffer und ein vorne umgehängtes Pappschildchen, das aussieht wie an ein Ferienlagerkind gehängtes Namensschildchen.

Verschnürung

Verschnürung

Dann beginnt der zweite Teil, der Amtsweg. Man schiebt das Päckchen vor den Luggage-counter am Abfahrtsgleis und betritt hoffnungsschwanger und beladen mit Dokumentkopien das Offizium. Dortselbst thront ein würdevoller Beamte in einem hohen aber fensterscheiben- und türenlosen Bureau. Tauben fliegen ein und aus und flattern aufgeregt auf dem einzigen Aktenschrank, auch der ohne Türen. Ab und zu huscht eine Ratte der Wand entlang. Aber es gibt einen Ventilator an der Decke, ein Sofa i.R. Aus dem die Federn schaun, diverse Wandbehänge mit Vorschriften und Regelungen, einen kleinen Tisch mit einem subordinalen Beamten, einen gewaltigen Amtsvorsteherschreibtisch mit Papieren, Formularen und einem Leimdöschen cum Pinsel drauf – sowie nicht zuletzt den daran residierenden besagten Gepäcksverschiffungsvorsteher.

Ausladevorgang mit Ordnungshüter

Ausladevorgang mit Ordnungshüter

Nachdem ich zur Überzeugung gekommen bin, dass der Sekretär ein Sekretär ist und nicht ein wartender Bittsteller vor mir, wage ich mit allem Mut den Chef persönlich anzugehen und bekomme ohne Blickkontakt ein Formular ausgehändigt, das ich unbeholfen und unvollständig ausfülle. Warten. Details werden geklärt, Dokumentkopien geprüft. Warten. Weitere Kunden kommen und gehen. Endlich geht es an den Verladevorgang. Weitere Zahlen werden auf das Bike gepinselt, Instruktionen gegeben und Zuversicht ausgedrückt. Ich versuche den Oberpacker auszumachen und die Trinkgeldempfangshierarchie ausfindig zu machen. Kein leichtes Unterfangen. Nun schaffen drei Gestalten Platz im Gepäckswagon und werfen Kisten hin und her. Da der Wagenboden deutlich über dem des Bahnsteigs liegt und das Motorrad ja doch gute 200 kg wiegt, wird kurzerhand mit einem Packet eine Zwischenstufe geschaffen. Unter viel unnötiger Hektik wird nun an allen hervorstehenden Teilen des verpackten Kraftrads gerissen und gezerrt bis es mit dem Vorderrad auf dem Päckchen ist und dann weiter im Wagon. Ich zerre mit und schaue dann schnell weg, als es mit weiteren Paketen warm umwickelt wird – um nicht zu sagen zugeschüttet.

Am Staubschlucken

Am Staubschlucken

Wir nehmen unsere Plätze ein und die Nachtfahrt beginnt. Beim Ausladen in Pathankot haben wir den Wagon erst am anderen Zugende gesucht. Die Zuschauermenge hat sich in minutenschnelle zu Länderspielgrösse angesammelt – vielleicht weil die Bullet in der Provinz eine Seltenheit darstellt.

Reingestopft und zugeschüttet

Reingestopft und zugeschüttet

Für den Verladeprozess muss ich noch anmerken, dass es äusserst wichtig ist rechtzeitig an Ort und Stelle zu sein. Etwa zwei Stunden+ im Vorhinein ist angemessen. Ausserdem wäre es gut zumindest am Startbahnhof des Zuges einzuladen um möglichst das Bike noch im gleichen Zug mitnehmen zu können. Anderenfalls könnte es eventuell erst mit dem Folgezug kommen, was in der Regel auch ohnehin der Fall bei den schnelleren Zügen wie Rajdhani und Shatabdi-Express ist, die keine eigenen Gepäckswagons haben. Erfolgt das Ausladen nicht am Endbahnhof, sondern nur bei einem Zwischenhalt, dann muss man möglichst rasch raus und zum Gepäckwagon hetzen. Dort unter Gestikulieren und Rufen Packer zusammentrommeln. Geldscheine in den erhobenen Händen wirken zusätzlich. Man trommelt an die Tür des Gepäckwagens und wendet sich flehend an alle uniformierten und irgendwie Offiziellen um den Entladevorgang in Bewegung zu setzen und zu beschleunigen. Ist das Vehikel in Türnähe geparkt und nicht all zu sehr eingeklemmt, dann stehen die Chancen realistisch. Im Regelfall wird das Bike dann offenbar hinausgeschoben und einfach auf den Bahnsteig plumpsen gelassen, was den Auspuff- und Gepäcküberhang meines Motorrads dann endlich geländetauglich gemacht hat; sprich – es ist ein Stück „Ware“, ein Sack Gerümpel wird nicht schlechter behandelt. Fluchen und lauter Einspruch hilft – aber nur laut und vor dem Ausladen geäussert.

Und dann kommen die ersten Alleen. Das Töff muss noch eingefahren werden – bis die ersten 500 km rum sind – und somit gleiten wir mit maximal 50 km/h dahin. Eine Dhaba-Pause folgt, und langsam wird es heisser. Kurz vor den ersten Kurven nach McLeod Ganj veranstaltet die unselige BJP noch eine Wahlveranstaltung mit Festzelt, was einen regionalen Stau zur Folge hat. Also stauen wir und staunen – über das Zelt, die Farben und einen Stein neben dem Fluss mit seltsamen lokalen Göttern drauf, farbbeschmiert und blumenbehängt.

Stop an einer Dhaba

Stop an einer Dhaba

Nach zwei Tagen in den Hills erreichen wir Pragpur. Während Sonya arbeitet mache ich mich auf die Suche nach einem Kissen für den BeifahrerInnensitz. Der sieht zwar schick aus, wurde aber die Tage zuvor ungnädig mit kirgiesischen Pferdesätteln verglichen. Die nächsten Tage lindert das Kissen die Pein nur unwesentlich, zumal die Kurven eng und zahlreich sind, die Schlaglöcher tief und unbarmherzig, und die Kilometerangaben im Büro für Verkehrsplanung wohl mit Werst verwechselt wurden. Für die 100 km von Pragpur nach Rewalsar brauchen wir – ohne wesentliche Pausen – sage und schreibe 7 Stunden.
Naja, irgendwann sind wir da, beziehen ein durchschnittliches Hotel, aber eins mit Aussicht, umkreisen den kleinen See, füttern wie alle die Fische, kriechen in die winzige Höhle einer noch winzigeren alten Nonne, verteilen Bakschisch, sitzen schlussendlich am Ufer neben noch älteren Nonnen, die pausenlos schwatzen und kichern und fangen endlich an uns zu entspannen. Die Aussicht auf die Klöster rundum, den in der Abendsonne glitzernden See und den überdimensionalen Buddha auf halber Höhe des Hügels ist angenehm und beruhigend. Als wir im Hotel ankommen und am Balkon Kekse essen, zieht ein imposantes Gewitter über uns hinweg. Der Strom in dem kleinen Örtchen fällt bald aus und wir genießen das Dunkel und die Stille der Blitze.

Sonya hat trotzdem genug vom Minisattel und somit laden wir das Gepäck und die Dame in ein besser gedämpftes Taxi und ich fahre fortan hinterher. Das ist nicht weiter schlimm, da das Anstrengendste doch die Wegfindung ist und das ständige Nachfragen an jeder Abzweigung – so denn wer zum Nachfragen da ist. Wir erreichen ein Motel am halben Weg nach Kalka. Nach zwei Stunden

Mobile-Sadhu

Mobile-Sadhu

Umherstreifen auf den darüberliegenden Hügeln widmen wir den Rest des Tages der Kleintierjagd. Die Beute umfasst Kakerlaken, einen etwas grösseren Käfer, Moskitos und etliche Phantome, die später beim Einschalten des Lichtes immer sofort wieder verschwunden sind – aber dennoch ganz bestimmt eben noch da waren. Dieselbrummen aufwärtsstrebender Lastwagen beherrscht den Rhytmus der Nacht. Wieder verhandeln wir ein Taxi und in brausender Fahrt geht es die Hills bergab nach Kalka. Dort bleiben nach dem Einchecken des Bikes noch zwei Stunden Zeit bis zur Abfahrt des Zuges und wir investieren diese weise in eine Fahrt nach Kasauli. Was für eine Ruhe, was für eine Aussicht, was für ein Paradies! Das Örtchen ist beinahe autofrei, da 65 Rs Einfahrtsgebühr. Wir essen was mit genialem Blick auf waldige Hügel – weswegen wir auch nicht mehr recht wissen, was wir da gegessen haben. Können also auch grillierte Grashüpfer gewesen sein. Mit dem festen Vorsatz, diesen Hort der Ruhe und Beschaulichkeit bald wieder zu besuchen, lassen wir uns zum Bahnhof chauffieren, um bald schon wieder von der schwülen Hitze Delhis erschlagen zu werden. Der mitternächtliche Ausladevorgang ist wie ein schwerer Traum nach zu spätem französischem Abendessen. Alles klebt vor Schweiss – und auch betrunkene und gegen-Bakschisch-hilfswillige Packer kleben schon bald an uns. Endlich sind die Jutesäcke wieder losgeschnitten, Benzin aufgetrieben und wir brausen durch die halbdunklen Chausseen nach Hause.

RE Promotion Videos

06. Mai 2009

Taste and political correctness might be challenged. The quality of the videos really meet Indian standards and thus are regarded of high value to any ethnologist:

Not for the faint hearted:

This guy has the typical Indian humor – which in essence is even more abstract than the British one … or maybe not even existing. The following is a nicely done video about a long journey to Ladakh with many beautiful clips. Sometimes it seems advisable to cross a river under the bridge:

Modifications zweite Stufe

06. Mai 2009

Lalli's Garage

Lalli's Garage

Da wir nächste Woche vorhaben zu zweit ins Kangra Valley zu fahren, nun noch schnell zum Tuning zu Lalli Singh in Karol Bagh. Trotz Schweinegrippe sind der handgefertigte grössere Tank, der olde-style Kotflügel und die gefederten Ledersitze nun nach 3 Wochen endlich fertig. Die Montage sollte in zwei weiteren Tagen vonstatten gehen, inklusive Seitenkoffer aus galvanisiertem Stahl. Hoffen wir das Allerbeste. Die Lackierung in BRG* hab ich verschoben. Das würde wiederum 3 Wochen dauern, währen denen das Bike natürlich nicht zur Verfügung steht.

Grosses Schönes zwischen Kleinen Grauen

Grosses Schönes zwischen Kleinen Grauen

Der Transport per Zug nach Patankot bereitet mir mittlerweile schlaflose Nächte – trotz zahlreicher Tipps von Travelagents und Lalli. Letzterer würde die Bahnhofsrennerei evetuell organisieren. Da ich die Prozedur aber öfter vorhabe, will ich es selbser angehen, nicht zuletzt um Erfahrung zu sammeln. Das Töff muss etliche Stunden vorher verpackt werden, was ein paar Jungs am Bahnhof für etwa 200 Rs übernehmen. Dann muss das Benzin raus. Ob ich wohl ein bisserl in einem kleinen Kanister im Zug transportieren kann? Die Schwierigkeit, ist nicht, dass das Teil von A nach B kommt. Das scheint gewährleistet. Die Schwierigkeit ist vielmehr, dass es in den selben Zug hineinkommt und an der gewünschten Station auch wieder heraus. Ansonsten hat man das Kraftrad nämlich erst Tage später und muss womöglich zu Fuss gehen.

Gekrümmter Auspuff zur Erhöhung der Wattiefe

Gekrümmter Auspuff zur Erhöhung der Wattiefe

Wenn all diese wichtigen Dinge erledigt sein werden, bleibt noch das Projekt Watfähigkeit. Das besteht in erster Linie in einem nach oben gekrümmten Auspuff, wie auf dem Bild hier zu erkennen. Das Bike auf dem Bild gehört Matthew, einem Briten, den ich in Karol Bagh beim Helmkauf getroffen habe.

Auf ein interessantes Enfield Forum in deutscher Sprache bin ich übrigens noch gestossen. Werde demnächst eine Linkliste hier publizieren – mit Shops in Delhi, etc. Leider haben in Indien noch die wenigsten Geschäfte eigene Websites und sind allerhöchstens mal auf Yellow Pages oder ähnlichem gelistet. Dass die Namensvielfalt nicht sehr gross ist und es dutzende Singhs und Maadans im gleichen Viertel gibt, macht die Google-maps Suche manchmal zu einem regelrechten Indiana Jones Spiel. Ausserdem ist nie klar, ob das Geschäft in diesem oder jenem Viertel nun am Sonntaag, Montag oder Dienstag geschlossen hat. Die sichersten Tage sind meist Mittwoch, Donnerstag und Samstag. Dann haben alle offen … ausser der Besitzer muss grade zu einer Hochzeit oder Beerdigung von entfernten Verwandten an entfernten Orten Reisen.

* BRG = British Racing Green. Oft bei Jaguars gesehen wissen wir intuitiv alle, was gemeint ist. Die verschiedenen Schattierungen werden auf dieser Wikipediaseite diskutiert.

Buying an Enfield in Delhi

16. April 2009
Chef-Mechaniker weist auf Zeremonienmeister

Chef-Mechaniker weist auf Zeremonienmeister

Gestern wars so weit. Noch vor der Montage diverser Tuningteile – die noch in der Fertigung sind – hab ich mal das neue Töff abgeholt. Schnell? Denkste…
Bin um vier hier los damit ich es bis 6 zum Tennis schaffe. Zuerst beim Tuninghändler vorbeigeschaut (royalmotorcycles.com), der gerade mit zwei Japanern beschäftigt war, die dann aber nur Abziehbildchen gekauft haben. Nach langem fruchtlosen Geplaudere bin ich dann auf Helmsuche gegangen und schließlich sogar mit eienem passenden EN-geprüften importierten Modell fündig geworden; inklusive aufklappbarem Kinnschutz und ausklappbarer Sonnenblende. Fancy!
Dann ging’s in Stufe drei, zu Lalli Singh, dem Mann meines Vertrauens, bei dem gerade ein Burgenlandler saß (junger Hupfer) und den Export seines gebrauchten verhandelte. Kurz burgenlandlerisch gequatscht und dann zur Sache gekommen:
… Nein, noch nicht ganz. Zuerst noch die Papiere. Viele Papiere – teilweise nur vorläufige, da die “wirklichen” erst eintreffen. Des Weiteren dann die Auswahl von Schutzbügel und Überwurfplane. Kurzes Erinnern, dass ja die vertikale Nummerntafel vorne noch fehle und Diskussion über die genaue Tönung von “British Racing Green” (weniger Blaustich) und des Leders für die neuen Sitze. Inspektion der halbfertigen olde style Kotflügerln, die wie der Sitz und der größere Tank (18 Liter) handgefertigt werden.
Dann kurze Einschulung. Es ist inzwischen 18:15 und in einer Viertel Stunde sollte ich eigentlich schon in Chanakyapuri sein. Ähm – pardon, genaueste Einschulung: Vom Sicherungswechsel bis zur Zündkerzenreinigung und -Überprüfung wird alles detailliert besprochen. Die Vor- und Nachteile des E-Starters, der Service-Intervalle und der Einfahrprozess (Muß noch gemacht werden – Bei der Bullet nicht von Werk aus).
Bezahlung und mehrmaliges Abzählen der Pakete von 500-Rupien-Scheinen. Nun aber los!
Mitnichten. Puja.
Minutenlanges Händeschütteln vor laufenden Kameras

Minutenlanges Händeschütteln vor laufenden Kameras

Der firmeneigene Schamananwallah bezieht Position. Wozu er wohl die Zeitung braucht? Liest er die Mantren daraus vor?? Wie ich später mit erneut klarem Geist auf den Photos erkenne, hat er sich die Schuhe ausgezogen und auf die Zeitung gestellt. Es folgen einige Vedische Verse, die ich teilweise kenn, eine Blumengirlande wird um den Lenker gehängt und unter Beisein der halben Werksbelegschaft werden mit mehrerern Kameras Fotographien angefertigt. Ladhus (Süßigkeiten) werden als Opfergabe auf den Tacho gedrückt und dann weitergereicht zum Verzehr. Räucherstäbchen in den Lenker geklemmt und angezündet und dann das rituelle Aufkleben der Om- und Ganesh-Abziehbildchen an Kotflügel und Konsole. Nun denn, ich taufe noch ein wenig mit dem letzten Wasser aus meiner Mineralwasserflasche und dann folgt das Händeschütteln mit dem Zeremonienmeister über den Tank hinweg. Lalli Singh nickt wohlgefällig und erneutes Blitzlichtgewitter – letzteres auch, weil es nun schon fast dunkel ist.
Nochmal gehe ich kurz hinunter in die Werstatt und als ich mit dem Helm in der Had wieder auftauche, haben zwei Buben gerade damit begonnen, den Schutzbügel umständlich zu befestigen. Der Chef-mechanikus steht dabei, nimmt Peilungen und klopft hie und da mit dem Hämmerchen (5 kg min.) um die Position zu präzessieren. Ich versuche die Liebste zu erreichen um sie erneut von der Verspätung zu unterrichten und kaue nervös an den Fingernägeln.
Als ich dann schließlich aus dem engen Gässchen schlingere, ist es 20:00 Uhr und endlich definitif finster. Nach einem kurzen Verfahrer komme ich geschafft bei der Botschaft an. Wir streichen das Tennis und lassen uns nur mehr in den Pool plumpsen. Warum auch muss meine erste Fahrt in den sogenannten Entwicklungsländern immer bei Nacht erfolgen??

Übrigens…

2009 Enfield Bullet EFI (Export only)

2009 Enfield Bullet EFI (Export only)

Im Laufe des Jahres kommt in Europa die neue Bullet 500 EFI heraus mit einem von AVL nochmals überarbeiteten Motor mit Aluminiumgehäuse und dank integriertem Getriebe rasanten 27 PS (statt 22/24 bisher). Optisch ist diese neue Version auch deutlich aufgemotzt und läßt auf der Soboth jedes FIchtenmopperl alt aussehen. Die Dukes mögen ruhig vorbeisurren – endlich hat Kakanien wieder ein neues (altes) Kraftrad herausgebracht. Patriotische Käufer haben nun eine Alternative zu Puch-Moped und KTM.

Nachsatz zum Nachsatz: Habe gestern beim Helmkauf (”Chopra”, Arya Samaj Rd.) doch tatsächlich KTM-Handschuhe zum Verkauf gesehen. Der Händler hat mir dann gesagt, dass KTM anscheinend plane, auch in Indien einen Vertrieb aufzubauen.

Hier noch eine 350-er Gländeversion mit hochgezogenem Auspuff und Stollenreifen

Hier noch eine 350-er Gländeversion mit hochgezogenem Auspuff und Stollenreifen

Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten

02. März 2008

Nepal 2008

Nepal 2008

Wie alles begann

2001 war ich zum ersten Mal in Indien gewesen. Nach dem Besuch des bisher grössten Kumbha Mela in Allahabad mit über 30 Millionen Pilgern, Sadhus, Naga-Babas und Guru-Celebrities hatte ich dringend Erholung nötig. Mit Matthias, einem guten Freund, bin ich erst mal in die “Hills” gefahren, genauer gesagt nach Shimla, der ehemaligen britischen Sommerresidenz. Da aber Winter war, gab es dort dann wiederum zu wenig zu tun – abgesehen vom Besuch diverser Sweetshops und eines Schneiders.

Dann sind wir ins Kino. Die beiden Filme waren so schlecht, dass sie schon wieder gut waren. Interessant höchstens noch das Verhalten der Handvoll (männlicher) Jugendlicher im Hintergrund des viel zu grossen Saales.

Schliesslich sind wir darauf in unserer Verzweiflung und angesichts des Nieselregnes und der Kälte darauf verfallen ein Buch zu lesen. Ein Buch. Wir hatten (aus Gewichtsgründen) nämlich nur eines mit – eben Pirsing’s “Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten”. Um etwas von Shimla zu sehen und um aus dem kalten Hotelzimmerloch zu flüchten, haben wir uns daher in den Pavillon oberhalb des Hauptplatzes (The Ridge) gesetzt, gestellt, gelümmelt und uns laut aus Pirsing’s velo-philosophischem Konvolut vorgelesen. Ab und an kamen ebenso gelangweilte Inder hinzu und haben uns fragend angestarrt. Im Grossen und Ganzen aber war dieses Experiment eine  ganz neue Lese-Erfahrung: Eine Art Outdoor-Live-Reading, die Verschmelzung des indischen Realwinters mit dem amerikanischen geistigen McCarthy-Winters.

Jahre später (2008), ebenfalls im Winter, war ich dann zum ersten Mal mit einer Bullet unterwegs – in den Bergen Nepals. Der Testride führte auf einer geliehenen 350-er von Kathmandu in die Vorgebirge des Solo Kumbhu, in den ‘Luftkurort’ Charikot. Eine gute Tagesreise hin und nach ein paar Tagen wieder retour. Bei der Rückfahrt tauchte noch unvermittelt hinter einer Abwärtskurve eine automatisierte Gerstentrocknungsanlage auf. Trotz sehr vorsichtigem Fahren musste ich gleich von Anfang an feststellen, wie verwundbar man in Südostasien auf einem Moped ist. Die lückenlose Gerstenfläche wurde von Bike und Biker getrennt überquert. Letzterer schimpfte auf die verdutzte Bäurin ein, ersteres ließ einen Kupplungshebel und Blinker hängen. Viel mehr war GsD nicht passiert, wenn auch ein paar Kilometer später die Front-Nummerntafel abfiel (ein häufiges Problem) und ein Stück weiter das Vorderrad einen Platten hatte. Bin dann unter Kindergegrinse im Schrittempo bergab gerollt und hatte Glück im Unglück, gleich im Talboden, im weitaus einzigen Ort auf langer Strecke, einen puncture-Wallah anzutreffen. In den Vororten von Kathmandu wurden dann die restlichen Schönheitsprobleme behoben und die Bullet für die verbleibenden Miettage an meinen Schwager Agam weitergereicht, der, gemeinsam mit seinem Sohn, noch einen Heidenspass daran hatte.

Ich hatte vorerst genug und brauchte ein Jahr Pause für den nächsten Schritt.