Tag Archives: Mini Bar

New Delhi – Spring in Lodi Garden

Am Flughafen treffen wir schon auf den ersten Tschechen mit Skiern am Weg ins Kullu Valley. Laut Foren, die er gelesen hat, seien einige Leute dort am Tourengehen und angeblich plane sogar ein Amerikaner dort demnächst ein Ski-Resort zu eröffnen. Ein interessantes Zusammentreffen und spannende Gerüchte! So ein gemütliches Hüttchen à la Aspen mit Fonduekesseln würde den Recreation-Faktor erheblich steigern.

 

 

 

Auf der Fahrt vom Airport zum Hotel habe ich dann meinen ersten indischen Autounfall gesehen – mit allen

Details wie umgestürztes Auto, Blutpfütze und Fleischstückerln. Die Kontraste sind herb.

Gegenüber unserem Hotel wohnen die Minister für Propaganda und Ackerbau, mehrere Generäle und Admiräle – alle mit Warnschildern am hohen Zaun und  bewaffneten Wächtern. Dazwischen gibt es an der Strasse einen ärmlichen Kiosk, wo wir Wasser kaufen und daneben hocken dunkle Menschen im Schatten, die versuchen mit Hilfe einer Pfanne oder ein paar Nüssen Käufer zu finden.

 

Sind in den nahen Lodi-Garden aufgebrochen zum Bird-watching. Die Vögel-Motive haben sich dann schnell in Streifenhörnchen und Liebespärchen verwandelt oder sind zu Mogul-Gräbern erstarrt. Trotzdem gibt es ein Adlernest hoch oben in einer Baumkrone und ein paar muntere grüne Papageienpärchen. Letztere waren in der Mittagshitze aber zu bequem zum Posieren.

 

Erstaunlich, dass anscheinend Montags ‘Anti-Tout Tag’ ist – oder weshalb starren einen die Inder nun nicht mehr an und verzichten auf jegliches Stalking. Rätsel über Rätsel. Ist Delhi nun (wieder) Weltstadt geworden und gleichmütige abgeklärte Lässigkeit in die Herzen der Händler geschlichen? Oder aber haben Law & Order so stark überhand genommen, wie einige Schildchen vermuten lassen (“Zero tolerance Zone”, etc.)?

Zero Tolerance auch beim Betreten des Hotels, das ja der gleichen Taj-Gruppe gehört, wie jenes in Bombay, das vor ein paar Monaten Ziel von Attentätern wurde. Jedenfalls wird jeder Eintretende gescannt und ebenso das Gepäck geröngt; eigentlich ganz wie am Flughafen, mit Ausnahme vielleicht, dass man Schuhe und Gürtel anlassen darf. Another step in Paranoia?

 

Der Service ist beinahe überkomplett: Der sehr kompetente 24/7-Internetbeauftragte besucht uns im Zimmer – prophylaktisch mit Notfall-Laptop unterm Arm; darauf werden frische Blumen gebracht. Erneut  schrillt die Glocke und der Mundschenk persönlich und in Livree fragt nach, ob schon was in der Mini-Bar zu ersetzen sei (So “Mini” ist sie gar nicht). Die Vögel am Balkon sind ebenso fix angestellt und zwitschern sehr bemüht und in Schichten. Liegengebliebene Kleidungsstücke werden mit Winkel gefaltet und per Schiebelehre ausgerichtet. Beim Frühstück wird einem die Tiroler Marmelade (Darbo – sic!) aus der Hand genommen und geöffnet, etc.

 

Dann haben wir noch Andrea Aftab Pauro flüchtig kennengelernt, der in Montreux studiert hat und hier zwei italienische Restaurants betreibt. Er hielt uns für Rumänen und wir wissen immer noch nicht ganz, wie das nun zu verstehen ist. Das wurde erweitert um die  unvermittelt hervorgetretene brennende Frage, was denn nun der Unterschied zwischen Baseball und Cricket sei. Bitte um konstruktive Kommentare mit Vorschlägen!

Sonya meinte, Cricket sei hauptsächlich langsamer; aber das alleine kann’s ja nicht sein…

 

Ach ja – das Internet funktioniert hier ab der ersten Sekunde, schnell und zuverlässig – im Gegensatz zu gewissen Entwicklungsländern weiter im Westen. Da der Hotel-Monatstarif allerdings sauteuer ist, bloggen wir nun wie die Wilden, damit es sich lohnt.

 

–> Bildergallerie

 

 

 

Tagged , , Leave a comment