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The People – India votes

Heute ist die Luft voller Staub. Offenbar Sand aus der Wüste Thar, die es nach den gestrigen Winden vielleicht herübergeweht hat.

Die Kontraste sind immer noch absurd: Die Arbeiter auf der Delhi-Metro Baustelle unter unserem Balkon verdienen pro Tag ungefähr ein hundertstel von dem was unser Zimmer allein pro Nacht kostet. Da ich annehme, dass sie bei Weitem nicht das ganze Jahr über Beschäftigung finden, kann man grob schätzen, dass unser Zimmer einen Arbeiter-Jahreslohn pro Tag verschlingt. Dafür ist der Steward regelmässig besser angezogen als wir – verdient vermutlich aber auch nicht so viel mehr als seine Landsleute ausserhalb dieser Oase. Nachteilig an der Situation für uns ist, dass man sich gegen die entgegengebrachten Freundlichkeiten kaum wehren kann. Erwiderung führt zu einer Freundlichkeitsinflation auf der anderen Seite und so überlege ich ernsthaft einen etwas muffigeren und harscheren Ton anzuschlagen. Eine weitere Möglichkeit wäre die Schaffung von Arbeit durch gesteigerte Schlampigkeit, das Ausstreuen von Keksbröseln am Boden und Verteilen von Kissen, Bettlaken und Kleidungsstücken übers ganze Zimmer. Ja, auch das Hotelleben hat seine soziokulturellen Fallgruben und eigenen Strukturen…

 

 

Inzwischen haben wir auch “replenish” zum Wort des Monats gewählt. Neben der Minibar werden Handtücher replenished, Shampoos in kleinen Fläschchen, Body Lotions, etc. Wir warten quasi noch darauf, dass uns jemand fragt “May I replenish your Spa?”. – Was für ein vornehmes Wort!

Haben uns daher mit Tennisausrüstung eingedeckt um der kolonialen Bequmlichkeitsfalle entschlossen entgegenzutreten. Zweimal in der Woche Hatha Yoga gehört schon zum fixen Plan und nach der ersten halben Stunde Tennis cum 15 MInuten Schwumm sind wir nun fix&foxi. Erstaunlich doch, was für bisher unbekannte Muskeln sich im eigenen Körper herumtreiben um erstmals nun endlich ein Mandat zu erhalten. Aprospros – sowieso sind gerade Wahlen hier. Haben bisher wenig Durchblick, aber die BJP und eine ominöse „dritte Kraft“ dürften dazugewinnen.

In den meisten Staaten wird im April und Juni gewählt, den heissesten Monaten vor dem Monsun. Ob das schlau ist?

„The People“ hab ich das aktuelle Photoalbum genannt; nach all den Gebäuden und Gräbern hab ich mal das Tele montiert. Wenn man nach Indien reist, dann wegen der Menschen…

 

 

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