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Royal Enfield Motorcycles

Modifications zweite Stufe

Lallis GarageDa wir nächste Woche vorhaben zu zweit ins Kangra Valley zu fahren, nun noch schnell zum Tuning zu Lalli Singh in Karol Bagh. Trotz Schweinegrippe sind der handgefertigte grössere Tank, der olde-style Kotflügel und die gefederten Ledersitze nun nach 3 Wochen endlich fertig. Die Montage sollte in zwei weiteren Tagen vonstatten gehen, inklusive Seitenkoffer aus galvanisiertem Stahl. Hoffen wir das Allerbeste. Die Lackierung in BRG* hab ich verschoben. Das würde wiederum 3 Wochen dauern, währen denen das Bike natürlich nicht zur Verfügung steht.

 

 

Grosses Schönes zwischen Kleinen GrauenDer Transport per Zug nach Patankot bereitet mir mittlerweile schlaflose Nächte – trotz zahlreicher Tipps von Travelagents und Lalli. Letzterer würde die Bahnhofsrennerei evetuell organisieren. Da ich die Prozedur aber öfter vorhabe, will ich es selbser angehen, nicht zuletzt um Erfahrung zu sammeln. Das Töff muss etliche Stunden vorher verpackt werden, was ein paar Jungs am Bahnhof für etwa 200 Rs übernehmen. Dann muss das Benzin raus. Ob ich wohl ein bisserl in einem kleinen Kanister im Zug transportieren kann? Die Schwierigkeit, ist nicht, dass das Teil von A nach B kommt. Das scheint gewährleistet. Die Schwierigkeit ist vielmehr, dass es in den selben Zug hineinkommt und an der gewünschten Station auch wieder heraus. Ansonsten hat man das Kraftrad nämlich erst Tage später und muss womöglich zu Fuss gehen.

 

Gekrümmter Auspuff zur Erhöhung der WattiefeWenn all diese wichtigen Dinge erledigt sein werden, bleibt noch das Projekt Watfähigkeit. Das besteht in erster Linie in einem nach oben gekrümmten Auspuff, wie auf dem Bild hier zu erkennen. Das Bike auf dem Bild gehört Matthew, einem Briten, den ich in Karol Bagh beim Helmkauf getroffen habe.

 

Auf ein interessantes Enfield Forum in deutscher Sprache bin ich übrigens noch gestossen. Werde demnächst eine Linkliste hier publizieren – mit Shops in Delhi, etc. Leider haben in Indien noch die wenigsten Geschäfte eigene Websites und sind allerhöchstens mal auf Yellow Pages oder ähnlichem gelistet. Dass die Namensvielfalt nicht sehr gross ist und es dutzende Singhs und Maadans im gleichen Viertel gibt, macht die Google-maps Suche manchmal zu einem regelrechten Indiana Jones Spiel. Ausserdem ist nie klar, ob das Geschäft in diesem oder jenem Viertel nun am Sonntaag, Montag oder Dienstag geschlossen hat. Die sichersten Tage sind meist Mittwoch, Donnerstag und Samstag. Dann haben alle offen … ausser der Besitzer muss grade zu einer Hochzeit oder Beerdigung von entfernten Verwandten an entfernten Orten Reisen.

* BRG = British Racing Green. Oft bei Jaguars gesehen wissen wir intuitiv alle, was gemeint ist. Die verschiedenen Schattierungen werden auf dieser Wikipediaseite diskutiert.

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Royal Enfield Promotional Videos

Taste and political correctness might be challenged. The quality of the videos really meet Indian standards and thus are regarded of high value to any ethnologist:


Not for the faint hearted:


This guy has the typical Indian humor – which in essence is even more abstract than the British one … or maybe not even existing. The following is a nicely done video about a long journey to Ladakh with many beautiful clips. Sometimes it seems advisable to cross a river under the bridge:


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Buying an Enfield in Delhi

Chef-Mechaniker weist auf ZeremonienmeisterGestern wars so weit. Noch vor der Montage diverser Tuningteile – die noch in der Fertigung sind – hab ich mal das neue Töff abgeholt. Schnell? Denkste… Bin um vier hier los damit ich es bis 6 zum Tennis schaffe. Zuerst beim Tuninghändler vorbeigeschaut (royalmotorcycles.com), der gerade mit zwei Japanern beschäftigt war, die dann aber nur Abziehbildchen gekauft haben. Nach langem fruchtlosen Geplaudere bin ich dann auf Helmsuche gegangen und schließlich sogar mit eienem passenden EN-geprüften importierten Modell fündig geworden; inklusive aufklappbarem Kinnschutz und ausklappbarer Sonnenblende. Fancy! Dann ging’s in Stufe drei, zu Lalli Singh, dem Mann meines Vertrauens, bei dem gerade ein Burgenlandler saß (junger Hupfer) und den Export seines gebrauchten verhandelte. Kurz burgenlandlerisch gequatscht und dann zur Sache gekommen: … Nein, noch nicht ganz. Zuerst noch die Papiere. Viele Papiere – teilweise nur vorläufige, da die “wirklichen” erst eintreffen. Des Weiteren dann die Auswahl von Schutzbügel und Überwurfplane. Kurzes Erinnern, dass ja die vertikale Nummerntafel vorne noch fehle und Diskussion über die genaue Tönung von “British Racing Green” (weniger Blaustich) und des Leders für die neuen Sitze. Inspektion der halbfertigen olde style Kotflügerln, die wie der Sitz und der größere Tank (18 Liter) handgefertigt werden. Dann kurze Einschulung. Es ist inzwischen 18:15 und in einer Viertel Stunde sollte ich eigentlich schon in Chanakyapuri sein. Ähm – pardon, genaueste Einschulung: Vom Sicherungswechsel bis zur Zündkerzenreinigung und -Überprüfung wird alles detailliert besprochen. Die Vor- und Nachteile des E-Starters, der Service-Intervalle und der Einfahrprozess (Muß noch gemacht werden – Bei der Bullet nicht von Werk aus). Bezahlung und mehrmaliges Abzählen der Pakete von 500-Rupien-Scheinen. Nun aber los! Mitnichten. Puja.
Minutenlanges Händeschütteln vor laufenden KamerasDer firmeneigene Schamananwallah bezieht Position. Wozu er wohl die Zeitung braucht? Liest er die Mantren daraus vor?? Wie ich später mit erneut klarem Geist auf den Photos erkenne, hat er sich die Schuhe ausgezogen und auf die Zeitung gestellt. Es folgen einige Vedische Verse, die ich teilweise kenn, eine Blumengirlande wird um den Lenker gehängt und unter Beisein der halben Werksbelegschaft werden mit mehrerern Kameras Fotographien angefertigt. Ladhus (Süßigkeiten) werden als Opfergabe auf den Tacho gedrückt und dann weitergereicht zum Verzehr. Räucherstäbchen in den Lenker geklemmt und angezündet und dann das rituelle Aufkleben der Om- und Ganesh-Abziehbildchen an Kotflügel und Konsole. Nun denn, ich taufe noch ein wenig mit dem letzten Wasser aus meiner Mineralwasserflasche und dann folgt das Händeschütteln mit dem Zeremonienmeister über den Tank hinweg. Lalli Singh nickt wohlgefällig und erneutes Blitzlichtgewitter – letzteres auch, weil es nun schon fast dunkel ist. Nochmal gehe ich kurz hinunter in die Werstatt und als ich mit dem Helm in der Had wieder auftauche, haben zwei Buben gerade damit begonnen, den Schutzbügel umständlich zu befestigen. Der Chef-mechanikus steht dabei, nimmt Peilungen und klopft hie und da mit dem Hämmerchen (5 kg min.) um die Position zu präzessieren. Ich versuche die Liebste zu erreichen um sie erneut von der Verspätung zu unterrichten und kaue nervös an den Fingernägeln. Als ich dann schließlich aus dem engen Gässchen schlingere, ist es 20:00 Uhr und endlich definitif finster. Nach einem kurzen Verfahrer komme ich geschafft bei der Botschaft an. Wir streichen das Tennis und lassen uns nur mehr in den Pool plumpsen. Warum auch muss meine erste Fahrt in den sogenannten Entwicklungsländern immer bei Nacht erfolgen??

Übrigens…

2009 Enfield Bullet EFI (Export only)Im Laufe des Jahres kommt in Europa die neue Bullet 500 EFI heraus mit einem von AVL nochmals überarbeiteten Motor mit Aluminiumgehäuse und dank integriertem Getriebe rasanten 27 PS (statt 22/24 bisher). Optisch ist diese neue Version auch deutlich aufgemotzt und läßt auf der Soboth jedes Fichtenmopperl alt aussehen. Die Dukes mögen ruhig vorbeisurren – endlich hat Kakanien wieder ein neues (altes) Kraftrad herausgebracht. Patriotische Käufer haben nun eine Alternative zu Puch-Moped und KTM. Nachsatz zum Nachsatz: Habe gestern beim Helmkauf (“Chopra”, Arya Samaj Rd.) doch tatsächlich KTM-Handschuhe zum Verkauf gesehen. Der Händler hat mir dann gesagt, dass KTM anscheinend plane, auch in Indien einen Vertrieb aufzubauen.

 

Hier noch eine 350-er Gländeversion mit hochgezogenem Auspuff und StollenreifenNachsatz zum Nachsatz: Habe gestern beim Helmkauf (“Chopra”, Arya Samaj Rd.) doch tatsächlich KTM-Handschuhe zum Verkauf gesehen. Der Händler hat mir dann gesagt, dass KTM anscheinend plane, auch in Indien einen Vertrieb aufzubauen.
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Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten

Wie alles begann

Nepal 20082001 war ich zum ersten Mal in Indien gewesen. Nach dem Besuch des bisher grössten Kumbha Mela in Allahabad mit über 30 Millionen Pilgern, Sadhus, Naga-Babas und Guru-Celebrities hatte ich dringend Erholung nötig. Mit Matthias, einem guten Freund, bin ich erst mal in die “Hills” gefahren, genauer gesagt nach Shimla, der ehemaligen britischen Sommerresidenz. Da aber Winter war, gab es dort dann wiederum zu wenig zu tun – abgesehen vom Besuch diverser Sweetshops und eines Schneiders.
Dann sind wir ins Kino. Die beiden Filme waren so schlecht, dass sie schon wieder gut waren. Interessant höchstens noch das Verhalten der Handvoll (männlicher) Jugendlicher im Hintergrund des viel zu grossen Saales.

 

Das Buch

Schliesslich sind wir darauf in unserer Verzweiflung und angesichts des Nieselregnes und der Kälte darauf verfallen ein Buch zu lesen. EinBuch. Wir hatten (aus Gewichtsgründen) nämlich nur eines mit – eben Pirsing’s “Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten”. Um etwas von Shimla zu sehen und um aus dem kalten Hotelzimmerloch zu flüchten, haben wir uns daher in den Pavillon oberhalb des Hauptplatzes (The Ridge) gesetzt, gestellt, gelümmelt und uns laut aus Pirsing’s velo-philosophischem Konvolut vorgelesen. Ab und an kamen ebenso gelangweilte Inder hinzu und haben uns fragend angestarrt. Im Grossen und Ganzen aber war dieses Experiment eine ganz neue Lese-Erfahrung: Eine Art Outdoor-Live-Reading, die Verschmelzung des indischen Realwinters mit dem amerikanischen geistigen McCarthy-Winters.
Jahre später (2008), ebenfalls im Winter, war ich dann zum ersten Mal mit einer Bullet unterwegs – in den Bergen Nepals. Der Testride führte auf einer geliehenen 350-er von Kathmandu in die Vorgebirge des Solo Kumbhu, in den ‘Luftkurort’ Charikot. Eine gute Tagesreise hin und nach ein paar Tagen wieder retour. Bei der Rückfahrt tauchte noch unvermittelt hinter einer Abwärtskurve eine automatisierte Gerstentrocknungsanlage auf. Trotz sehr vorsichtigem Fahren musste ich gleich von Anfang an feststellen, wie verwundbar man in Südostasien auf einem Moped ist. Die lückenlose Gerstenfläche wurde von Bike und Biker getrennt überquert. Letzterer schimpfte auf die verdutzte Bäurin ein, ersteres ließ einen Kupplungshebel und Blinker hängen. Viel mehr war GsD nicht passiert, wenn auch ein paar Kilometer später die Front-Nummerntafel abfiel (ein häufiges Problem) und ein Stück weiter das Vorderrad einen Platten hatte. Bin dann unter Kindergegrinse im Schrittempo bergab gerollt und hatte Glück im Unglück, gleich im Talboden, im weitaus einzigen Ort auf langer Strecke, einen puncture-Wallah anzutreffen. In den Vororten von Kathmandu wurden dann die restlichen Schönheitsprobleme behoben und die Bullet für die verbleibenden Miettage an meinen Schwager Agam weitergereicht, der, gemeinsam mit seinem Sohn, noch einen Heidenspass daran hatte.
Ich hatte vorerst genug und brauchte ein Jahr Pause für den nächsten Schritt.
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