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Royal Enfield Motorcycles

Ladakh – Kashmir auf der Bullet

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Mit dem Motorrad aus der Gangesebene nach Ladakh zu fahren hat seit langem einen magnetischen Reiz. Zumindest seit den 60-er Jahren, als Indiens Kult-Moped ins Land kam, die Royal Enfield Bullet. Mit diesem robusten Teil hängt man zwar keine KTM ab, ist dem Gewalttrip aber gut gewachsen und geniesst das Drehmoment und spezielle Tuckern des langen Einzylinders.

Umso spannender wird die Reise dann noch, wenn man nicht in Leh – der Hauptstadt von Ladakh – wieder in den Flieger steigt, sondern eine ‘Runde’ fährt; über Kargil geht es dann wieder hinab nach Srinagar, der Hauptstadt Kashmirs. Zwei entspannende Tage am See und auf einem Hausboot entschädigen dann für die Strapazen und sorgen für Entspannung.

Am Baralacha-La


Karten

Nach KeylongZuerst einmal wundern wir uns aber noch, dass es keine gescheiten Karten für die Gegend gibt. Ok, wir haben die drei Detailkarten von Olizane – mit Trekkingrouten, etc. Das ist so das Genaueste, das man bekommen kann, auch wenn die Höhenangaben beispielsweise zwischen allen Karten grob variieren, von Details wie Gipfeln mal ganz abgesehen. Nein, was mich beinahe mehr verwundert, ist die Tatsache, dass es keine Übersichtskarten gibt. Indien geheimniskrämert natürlich aus militärischen Gründen und zeichnet zudem die Grenzen zu Pakistan immer weit jenseits der Line of Control (LOC) ein, was bei manchen Touristen für Verwirrung sorgt. Seltsam wird es, wenn Google Earth Straßen in Ladakh völlig falsch eingezeichnet und sich auf fast allen Übersichtskarten nicht einmal die wichtigsten Pässe finden.

Am Rohtang-La


Pässe

Diese sind schließlich nicht niedrig und zählen zu den höchsten befahrbaren Pässen der Welt. Auf dem Weg nach Leh alleine  beginnt man mit dem  beinahe 4000 m hohen Rohtang La, danach geht es über den 4900 m hohen Baralacha La um dann unmittelbar vor Leh noch einmal auf beinahe 5300 m hoch zu fahren (Taglang La). Macht man von Leh  dann noch den zwei bis dreitägigen Abstecher  ins Nubra Valley, fährt man im Normalfall über den 5600 m hohen Khardung La, und damit über einen der höchsten befahrbaren Pässe der Welt.

Die Moore-Hochebene

Tourismus & Strassen

Seit der maoistischen Revolution in Nepal gibt es auch in Ladakh zunehmend Tourismus. Überlaufen ist die Region aber auch in den kurzen Sommermonaten Juli und August nicht wirklich. Allein die Straße hinauf zum Rohtang La ist zu bestimmten Tageszeiten stark befahren, auf der restlichen Strecke hält sich der Verkehr in Grenzen. Hin und wieder kann es vor und nach Kargil zu erhöhtem Aufkommen von Militärfahrzeugen kommen. An einigen Abschnitten wurde die Straße asphaltiert; dieser Belag hält allerdings immer nur wenige Jahre und muss oft erneuert werden. Deshalb fährt man auch die meiste Zeit auf Staubsstraßen. Bis zum Rohtang La  regnet es ab und zu noch, was sehr schnell zu Erdrutschen führen kann und damit zu unfreiwilligen Aufenthalten. Am Rohtang La kommt es daher immer wieder zu Problemen, allerdings nur auf dessen Südseite. Leute die unfreiwillig kampieren müssen und keine warmen Sachen dabei haben erfrieren auch ab und zu. Ist man dann mal über den Pass drüber, wird es schlagartig trockener und – obwohl Regen in Ladakh vorkommt – ist das sehr selten und das Klima beinahe wüstenähnlich trocken.

Am Himalaya-Pool

Der Anfang – Luxus

Wir sind mit dem Zug von Delhi nach Kalka gefahren. Das ging schnell, etwa nur 5 h mit dem Shatabdi Express. Die Mopeds kamen mit dem Lkw dorthin und wir haben sie am Bahnhof in Empfang genommen. Kleine Proberunde und schon ging’s los, noch am selben Tag nach Shimla. Nach einem feudalen Mal und einer luxuriösen Nacht im Cecil Oberoi haben wir am nächsten Tag schon eine sehr lange Distanz zurückzulegen. Lange Etmale in Indien sind (mit dem Motorrad) alles über 100 km. Die Energie die man in Europa investiert um 400 km auf Landstraßen zurückzulegen reicht gerade aus um hier auf 100 km zu kommen. Trotz GPS war es nicht sehr leicht über die vielen verschlungenen Wege aus Shimla hinaus zu finden und wir mussten oft  nach dem Weg fragen. Dann ging es lange und einsamen hinunter in das Tal des wilden Sutlej, der über ein riesiges Canyonsystem aus Tibet nach Indien fließt.  wir haben den seltenen befahrenen Weg über den Jalori La  gewählt um ins Kullu Valley  zu gelangen. Der Jalori La  ist so ungefähr einer der steilsten  Passstrassen Indiens. Wir hatten am Nachmittag noch relativ viel Zeit verloren, da es unter dem Pass einen Hangrutsch gegeben hatte. Unser Begleiterfahrzeug kam auf keinen Fall durch, aber wir schafften es unsere Motorräder durch den Gatsch und das Geröll zu schieben.  Bei Anbruch der Dunkelheit erreichten wir die Passhöhe und fuhr noch etwa 1 h Tal abwärts, sogar im ersten Gang noch stark bremsend, bis wir im zweiten oder dritten Dorf dann schließlich auf Martin trafen, der in einer sehr kleinen netten Lodge für uns einen Schlafplatz reserviert hatte. Der Begleitjeep trudelte dann erst um 4 h morgens ein.

Mure vor dem JaloriDer nächste Tag war kurz und führte uns auf einer netten Nebenstraße durch das Kullu Valley nach Naggar, einer alten Königsstadt, die hoch auf einer Anhöhe über dem Fluss lag. Praktischerweise war der König, wie alle anderen seiner Gattung, auch nach Delhi ausgewandert und der Palast war zu einem Hotel umgebaut worden. In selbigem nächtigten wir und aßen noch einmal gut. Martin, unser Begleithippie sammelte eifrig fünfzackige Blätter und wir besichtigten am Abend noch das sehr interessante kleine Röhrichmuseum.

BrückenreparaturAm folgenden Tag ging es über den schon erwähnten Rohtang La. Unglaubliche Staubwolken und stinkende Kolonnen von LKWs, die wir verzweifelt versuchten zu überholen. Bei dem ganzen Gehüpfe und irgend einem solcher Manöver verlor ich dann wohl den Benzinkanister, der hinten am Motorrad in einem eigenen Staufach gesteckt war. Einer der LKWs war ein paar Stunden vorher den Hang hinunter gerutscht und Bergearbeiten behinderten den Verkehr zusätzlich. Solche ‘hinunter gerutschten’  Fahrzeuge sahen wir dann noch öfter. Manches Mal waren sie schon von der Kraft des Wassers in Einzelstücke zerlegt worden, manche lagen weit unten als Gerippe auf dem Hang und einmal sahen wir einen PKW zu einem netten Würfel zusammen geknautscht neben der Straße liegen und versuchten eifrig zu erraten, welche Automarke das wohl einmal gewesen sein mag.

Moore Hochebene


Das Hochland beginnt

Drei Trucks und DuWas folgt sind zwei lange Tage bis Leh. Eine Übernachtung in Keylong in einem eher lausigen Hotel; eine Nacht im Zelt bei Sarchu. Besonders die Fahrt über die Moore-Hochebene blieb mir in Erinnerung. Die Straße, die sonst links an diesem ausgetrockneten See vorbeiführt, war gerade unter Reparatur und so fuhren wir geradeaus durch Staub, Geröll und manchmal auch ziemlich tiefen Sand. Ich war erstaunt, wie gut das mit der normalen Straßenbereifung ging und dass auch der Luftfilter mitmachte. Am Horizont, auf den wir zufuhren, brauten sich dunkle Wolken zusammen und Blitze zuckten wild. Sah gar nicht lustig aus, zumal wir die einzigen Blitzableiter weit und breit waren. Immerhin gab’s noch die Hoffnung auf die Gummisreifen und tibetische Beschwörungen murmelnd tuckerten wir in die dunkle Wand und dann auf den nächsten Pass.

Siesta in der JurteLeh war erst einmal wieder erholsam. Die Stadt liegt wie eine Oase im Staub, sanft an jene Hänge geschmiegt, die schliesslich auf den Khardung La führen. Eigentlich war ein zehntägiges Trekking nach Zanskar geplant, das aber auf Grund etlicher Hindernisse nach drei Tagen abgebrochen wurde – Kotzen, Meuterei der Pferde und ihres Führers, Fehlplanungen der organisierenden Reiseagentur, Höhenkrankheit, etc. – die Klassiker. So kehrten wir zurück nach Leh und machten uns ein paar schöne Tage. Die einen fuhren ins Nubra Valley, Sonya und ich gingen drei Tage trekken und ungenannte andere faulenzten einfach in der Stadt.

Durch'n GatschDann der letzte Teil der Reise: Zuerst nach Lamayuru, ein wirklich schön gelegenes Dorf mit Kloster, das als idealer Hintergrund für Shangri-La  Filme dienen könnte.  Dort wieder in einem sehr schönen Gästehaus übernachtet, mit kleinem Garten und Aussicht auf zerklüftete Berge, Regenbogen, Mondlandschaft und Pappel-Oasen. Der weitere Weg führte über Mulbekh, das die Grenze zwischen buddhistischer und muslimischer Bevölkerung markiert. Wir übernachteten in Kargil, das wir alle weit weniger schlimm empfanden, als uns von den meisten geschildert worden war. Der Ort hat die Ausstrahlung einer alten Karawanserei. Leider liegt er momentan etwas im Eck, wie noch vor ein paar Jahren Graz zur Zeit des eisernen Vorhanges.

Bullets in LehDer folgende Tag beginnt kalt.  Als die ersten Sonnenstrahlen das tiefe Tal erreichen frühstücken wir in Drass, dem angeblich kältesten Ort Indiens. Zuerst an pittoresken Pferdekoppeln vorbei, rollen wir dann wieder bergauf zum letzten Pass, dem Zoji La. Die Staubsstraße hinunter nach Sonmarg ist wieder abenteuerlich und wir sind erneut erleichtert über den wenigen Verkehr. Sonmarg  ist ein kleines Paradies und das grüne Tal, das sich nun langsam nach Kaschmir öffnet, lädt sehr zum Verweilen ein. Wir haben jedoch wenig Zeit, wollen wir doch noch am selben Tag nach Srinagar gelangen. Zudem sind wir nicht sicher, wie frei man sich außerhalb der Hauptstadt Kashmirs wirklich  bewegen darf. Der Begleitjeep fährt voraus, da der Fahrer den Weg besser kennt. Ab Mangom schleichen wir über enge Nebenstraßen und gelangen am späten Nachmittag an den Nagin Lake. Wir finden das perfekte Hausboot; ruhige Lage, verhaltener viktorianischer Luxus, Badewanne (!), gutes Essen, und sehr nette Besitzer. Letztere fahren mit uns die kommenden zwei Tage herum und sind sehr hilfreich bei der Entdeckung der Umgebung. Nach dem obligatorischen Teppichskauf machen wir uns dann auf den Weg in die letzte Stadt, Udhampur, von wo wir dann auf den Zug umsteigen wollen.

Lamayuru

 

Das Wollen stößt auf eine Barriere an lokaler Bürokratie. Der Gepäcksoberbeamte will offenbar geschmiert werden, und wir wollen offenbar nicht verstehen, dass er das will. Beide Parteien schalten auf stur. Trotz etlicher Stunden, die uns verblieben waren um die Abfertigung der Motorräder abzuwickeln, trotz 1. Klasse Tickets, durch die unsere Fracht eigentlich bevorzugt werden sollte, kamen wir nicht voran. Somit musste unser Reisemechaniker, Manali, zurückbleiben, sich um den Rest der Fracht kümmern und mit einem späteren Zug nachkommen.  Die Fahrt von Srinagar nach Udhampur  war auch mehr als stressig gewesen. Bei weitem am meisten Verkehr bisher auf unserer Reise. Das nächste Mal beenden wir die Sache in Srinagar  und laden die Motorräder auch beim Rückweg auf einen Lkw.

Zelten

Fazit

Ein anonymer Reisebegleiter und Spitzensportler meinte abschliessend, dass diese Reise die wohl bisher anstrengenste in seinem Leben gewesen sei. Das hat mich zuerst ein wenig verwundert, bis ich dann begonnen habe die letzten Wochen für mich selbst  zu rekapitulieren. Die Höhe und auch die Trockenheit machen einem sehr zu schaffen. Man merkt beides nur nicht so deutlich, weil der Blick ständig auf die Großartigkeit dieser Landschaft gerichtet ist. Heutzutage ist Ladakh wahrscheinlich tibetischer als Tibet, die Menschen sind sich sehr ähnlich. Die Weite ist beinahe die des Meeres und die Farbe des Himmels höhenbedingt äußerst intensiv. Ich würde es auf jeden Fall noch einmal machen.

–> Weitere Bilder

Nagin Lake, Srinagar

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Falcon Motorcycles, LA

falcon

You have too much money and 2-wheeled visions? Book a flight to LA and get your pimped bullet or your bullet pimped. They also do Nortons & BSAs…

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Colonel Blimp’s Dispach Riders

Colonel Blimp

Here’s a real nice example of old English dispatch riders on Enfields: (Just make it through the intro; it’s the first scene)

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See your Bullet being built

Bullet being built

Here’s a factory video that shows some parts of the assembly road and how your bike (slowlyslowly) gets into shape:

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Hügelauf hügelab durch Himachal

Loading Bike into train

Bhakra DamMehrere Dinge konnten wir die vergangenen Wochen testen. Erstens den komplexen Verladevorgang des Bikes auf den Zug. An der Old Delhi Railway Station sind wir erst einmal in die Irre geschickt worden, trotz extra angeheuertem Verladeagenten. Dannach folgte der Benzinleervorgang. Der Tank muss quasi trocken sein. Das Auftreiben von immer mehr leeren Petflaschen war ein logistisches Meisterstück. In diese tröpfelte dann das Benzin im Schneckentempo hinein um dann von Hand zu Hand Richtung Schwarzmarkt weitergereicht zu werden. Der diensthabende Polizei-Wachtel hat auch gleich seinen Teil kassiert – für‘s Aufpassen. Dann folgt das Verpacken des Oberteils in Jutesack-Teilchen. Diese werden angenäht und schützen offenbar das Kraftrad vor kaltem Fahrtwind. Unten herum muss es frieren. Nummern werden mit Filzstift und einem in schwarze Farbe getauchten Pinsel aufgemalt – auf die Jutebespannung, die Seitenkoffer und ein vorne umgehängtes Pappschildchen, das aussieht wie an ein Ferienlagerkind gehängtes Namensschildchen.

 

Der Amtsweg

VerschnürungDann beginnt der zweite Teil, der Amtsweg. Man schiebt das Päckchen vor den Luggage-counter am Abfahrtsgleis und betritt hoffnungsschwanger und beladen mit Dokumentkopien das Offizium. Dortselbst thront ein würdevoller Beamte in einem hohen aber fensterscheiben- und türenlosen Bureau. Tauben fliegen ein und aus und flattern aufgeregt auf dem einzigen Aktenschrank, auch der ohne Türen. Ab und zu huscht eine Ratte der Wand entlang. Aber es gibt einen Ventilator an der Decke, ein Sofa i.R. Aus dem die Federn schaun, diverse Wandbehänge mit Vorschriften und Regelungen, einen kleinen Tisch mit einem subordinalen Beamten, einen gewaltigen Amtsvorsteherschreibtisch mit Papieren, Formularen und einem Leimdöschen cum Pinsel drauf – sowie nicht zuletzt den daran residierenden besagten Gepäcksverschiffungsvorsteher.

Ausladevorgang mit OrdnungshüterNachdem ich zur Überzeugung gekommen bin, dass der Sekretär ein Sekretär ist und nicht ein wartender Bittsteller vor mir, wage ich mit allem Mut den Chef persönlich anzugehen und bekomme ohne Blickkontakt ein Formular ausgehändigt, das ich unbeholfen und unvollständig ausfülle. Warten. Details werden geklärt, Dokumentkopien geprüft. Warten. Weitere Kunden kommen und gehen. Endlich geht es an den Verladevorgang. Weitere Zahlen werden auf das Bike gepinselt, Instruktionen gegeben und Zuversicht ausgedrückt. Ich versuche den Oberpacker auszumachen und die Trinkgeldempfangshierarchie ausfindig zu machen. Kein leichtes Unterfangen. Nun schaffen drei Gestalten Platz im Gepäckswagon und werfen Kisten hin und her. Da der Wagenboden deutlich über dem des Bahnsteigs liegt und das Motorrad ja doch gute 200 kg wiegt, wird kurzerhand mit einem Packet eine Zwischenstufe geschaffen. Unter viel unnötiger Hektik wird nun an allen hervorstehenden Teilen des verpackten Kraftrads gerissen und gezerrt bis es mit dem Vorderrad auf dem Päckchen ist und dann weiter im Wagon. Ich zerre mit und schaue dann schnell weg, als es mit weiteren Paketen warm umwickelt wird – um nicht zu sagen zugeschüttet.

Wir nehmen unsere Plätze ein und die Nachtfahrt beginnt. Beim Ausladen in Pathankot haben wir den Wagon erst am anderen Zugende gesucht. Die Zuschauermenge hat sich in minutenschnelle zu Länderspielgrösse angesammelt – vielleicht weil die Bullet in der Provinz eine Seltenheit darstellt.

Der Verladeprozess im Detail

Für den Verladeprozess muss ich noch anmerken, dass es äusserst wichtig ist rechtzeitig an Ort und Stelle zu sein. Etwa zwei Stunden+ im Vorhinein ist angemessen. Ausserdem wäre es gut zumindest am Startbahnhof des Zuges einzuladen um möglichst das Bike noch im gleichen Zug mitnehmen zu können. Anderenfalls könnte es eventuell erst mit dem Folgezug kommen, was in der Regel auch ohnehin der Fall bei den schnelleren Zügen wie Rajdhani und Shatabdi-Express ist, die keine eigenen Gepäckswagons haben. Erfolgt das Ausladen nicht am Endbahnhof, sondern nur bei einem Zwischenhalt, dann muss man möglichst rasch raus und zum Gepäckwagon hetzen. Dort unter Gestikulieren und Rufen Packer zusammentrommeln.

Reingestopft und zugeschüttetGeldscheine in den erhobenen Händen wirken zusätzlich. Man trommelt an die Tür des Gepäckwagens und wendet sich flehend an alle uniformierten und irgendwie Offiziellen um den Entladevorgang in Bewegung zu setzen und zu beschleunigen. Ist das Vehikel in Türnähe geparkt und nicht all zu sehr eingeklemmt, dann stehen die Chancen realistisch. Im Regelfall wird das Bike dann offenbar hinausgeschoben und einfach auf den Bahnsteig plumpsen gelassen, was den Auspuff- und Gepäcküberhang meines Motorrads dann endlich geländetauglich gemacht hat; sprich – es ist ein Stück „Ware“, ein Sack Gerümpel wird nicht schlechter behandelt. Fluchen und lauter Einspruch hilft – aber nur laut und vor dem Ausladen geäussert.

Und dann kommen die ersten Alleen. Das Töff muss noch eingefahren werden – bis die ersten 500 km rum sind – und somit gleiten wir mit maximal 50 km/h dahin. Eine Dhaba-Pause folgt, und langsam wird es heisser. Kurz vor den ersten Kurven nach McLeod Ganj veranstaltet die unselige BJP noch eine Wahlveranstaltung mit Festzelt, was einen regionalen Stau zur Folge hat. Also stauen wir und staunen – über das Zelt, die Farben und einen Stein neben dem Fluss mit seltsamen lokalen Göttern drauf, farbbeschmiert und blumenbehängt.

Stop an einer DhabaNach zwei Tagen in den Hills erreichen wir Pragpur. Während Sonya arbeitet mache ich mich auf die Suche nach einem Kissen für den BeifahrerInnensitz. Der sieht zwar schick aus, wurde aber die Tage zuvor ungnädig mit kirgiesischen Pferdesätteln verglichen. Die nächsten Tage lindert das Kissen die Pein nur unwesentlich, zumal die Kurven eng und zahlreich sind, die Schlaglöcher tief und unbarmherzig, und die Kilometerangaben im Büro für Verkehrsplanung wohl mit Werst verwechselt wurden. Für die 100 km von Pragpur nach Rewalsar brauchen wir – ohne wesentliche Pausen – sage und schreibe 7 Stunden. Naja, irgendwann sind wir da, beziehen ein durchschnittliches Hotel, aber eins mit Aussicht, umkreisen den kleinen See, füttern wie alle die Fische, kriechen in die winzige Höhle einer noch winzigeren alten Nonne, verteilen Bakschisch, sitzen schlussendlich am Ufer neben noch älteren Nonnen, die pausenlos schwatzen und kichern und fangen endlich an uns zu entspannen. Die Aussicht auf die Klöster rundum, den in der Abendsonne glitzernden See und den überdimensionalen Buddha auf halber Höhe des Hügels ist angenehm und beruhigend. Als wir im Hotel ankommen und am Balkon Kekse essen, zieht ein imposantes Gewitter über uns hinweg. Der Strom in dem kleinen Örtchen fällt bald aus und wir genießen das Dunkel und die Stille der Blitze. Sonya hat trotzdem genug vom Minisattel und somit laden wir das Gepäck und die Dame in ein besser gedämpftes Taxi und ich fahre fortan hinterher. Das ist nicht weiter schlimm, da das Anstrengendste doch die Wegfindung ist und das ständige Nachfragen an jeder Abzweigung – so denn wer zum Nachfragen da ist. Wir erreichen ein Motel am halben Weg nach Kalka.

Kleintierjagd

Mobile-SadhuNach zwei Stunden Umherstreifen auf den darüberliegenden Hügeln widmen wir den Rest des Tages der Kleintierjagd. Die Beute umfasst Kakerlaken, einen etwas grösseren Käfer, Moskitos und etliche Phantome, die später beim Einschalten des Lichtes immer sofort wieder verschwunden sind – aber dennoch ganz bestimmt eben noch da waren. Dieselbrummen aufwärtsstrebender Lastwagen beherrscht den Rhytmus der Nacht. Wieder verhandeln wir ein Taxi und in brausender Fahrt geht es die Hills bergab nach Kalka. Dort bleiben nach dem Einchecken des Bikes noch zwei Stunden Zeit bis zur Abfahrt des Zuges und wir investieren diese weise in eine Fahrt nach Kasauli. Was für eine Ruhe, was für eine Aussicht, was für ein Paradies! Das Örtchen ist beinahe autofrei, da 65 Rs Einfahrtsgebühr. Wir essen was mit genialem Blick auf waldige Hügel – weswegen wir auch nicht mehr recht wissen, was wir da gegessen haben. Können also auch grillierte Grashüpfer gewesen sein. Mit dem festen Vorsatz, diesen Hort der Ruhe und Beschaulichkeit bald wieder zu besuchen, lassen wir uns zum Bahnhof chauffieren, um bald schon wieder von der schwülen Hitze Delhis erschlagen zu werden. Der mitternächtliche Ausladevorgang ist wie ein schwerer Traum nach zu spätem französischem Abendessen. Alles klebt vor Schweiss – und auch betrunkene und gegen-Bakschisch-hilfswillige Packer kleben schon bald an uns. Endlich sind die Jutesäcke wieder losgeschnitten, Benzin aufgetrieben und wir brausen durch die halbdunklen Chausseen nach Hause.

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