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Monthly Archives: Friday April 30th, 2010
Walter Cruttenden on Red Ice Radio
Red Ice Radio is in fact one of my top favorites when it comes to discover high quality news in the field of ancient history, mythology or the occult. Therefore I am extremely happy that Henrik just interviewed Walter Cruttenden, whose book I read some years ago and whose conference, CPAK, I had visited in 2008.
Unfortunately last year’s conference was only one day – mainly because of the financial restrictions that hit researchers due to the ‘crisis’. This year (2010) will also be only an informal meeting among closely related researchers, and hopefully in 2011 we have another CPAK conference.
Anyway, Walter will be in the UK soon for some lectures – I just can’t find where I have read that. So check it out yourself and don’t miss the chance!
Also have a look at the speakers of the old CPAK conferences and their topics!
Tagged CPAK, Red Ice Radio, UK, Walter Cruttenden
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Ladakh – Kashmir auf der Bullet
Mit dem Motorrad aus der Gangesebene nach Ladakh zu fahren hat seit langem einen magnetischen Reiz. Zumindest seit den 60-er Jahren, als Indiens Kult-Moped ins Land kam, die Royal Enfield Bullet. Mit diesem robusten Teil hängt man zwar keine KTM ab, ist dem Gewalttrip aber gut gewachsen und geniesst das Drehmoment und spezielle Tuckern des langen Einzylinders.
Umso spannender wird die Reise dann noch, wenn man nicht in Leh – der Hauptstadt von Ladakh – wieder in den Flieger steigt, sondern eine ‘Runde’ fährt; über Kargil geht es dann wieder hinab nach Srinagar, der Hauptstadt Kashmirs. Zwei entspannende Tage am See und auf einem Hausboot entschädigen dann für die Strapazen und sorgen für Entspannung.

Karten
Zuerst einmal wundern wir uns aber noch, dass es keine gescheiten Karten für die Gegend gibt. Ok, wir haben die drei Detailkarten von Olizane – mit Trekkingrouten, etc. Das ist so das Genaueste, das man bekommen kann, auch wenn die Höhenangaben beispielsweise zwischen allen Karten grob variieren, von Details wie Gipfeln mal ganz abgesehen. Nein, was mich beinahe mehr verwundert, ist die Tatsache, dass es keine Übersichtskarten gibt. Indien geheimniskrämert natürlich aus militärischen Gründen und zeichnet zudem die Grenzen zu Pakistan immer weit jenseits der Line of Control (LOC) ein, was bei manchen Touristen für Verwirrung sorgt. Seltsam wird es, wenn Google Earth Straßen in Ladakh völlig falsch eingezeichnet und sich auf fast allen Übersichtskarten nicht einmal die wichtigsten Pässe finden.

Pässe
Diese sind schließlich nicht niedrig und zählen zu den höchsten befahrbaren Pässen der Welt. Auf dem Weg nach Leh alleine beginnt man mit dem beinahe 4000 m hohen Rohtang La, danach geht es über den 4900 m hohen Baralacha La um dann unmittelbar vor Leh noch einmal auf beinahe 5300 m hoch zu fahren (Taglang La). Macht man von Leh dann noch den zwei bis dreitägigen Abstecher ins Nubra Valley, fährt man im Normalfall über den 5600 m hohen Khardung La, und damit über einen der höchsten befahrbaren Pässe der Welt.

Tourismus & Strassen
Seit der maoistischen Revolution in Nepal gibt es auch in Ladakh zunehmend Tourismus. Überlaufen ist die Region aber auch in den kurzen Sommermonaten Juli und August nicht wirklich. Allein die Straße hinauf zum Rohtang La ist zu bestimmten Tageszeiten stark befahren, auf der restlichen Strecke hält sich der Verkehr in Grenzen. Hin und wieder kann es vor und nach Kargil zu erhöhtem Aufkommen von Militärfahrzeugen kommen. An einigen Abschnitten wurde die Straße asphaltiert; dieser Belag hält allerdings immer nur wenige Jahre und muss oft erneuert werden. Deshalb fährt man auch die meiste Zeit auf Staubsstraßen. Bis zum Rohtang La regnet es ab und zu noch, was sehr schnell zu Erdrutschen führen kann und damit zu unfreiwilligen Aufenthalten. Am Rohtang La kommt es daher immer wieder zu Problemen, allerdings nur auf dessen Südseite. Leute die unfreiwillig kampieren müssen und keine warmen Sachen dabei haben erfrieren auch ab und zu. Ist man dann mal über den Pass drüber, wird es schlagartig trockener und – obwohl Regen in Ladakh vorkommt – ist das sehr selten und das Klima beinahe wüstenähnlich trocken.

Der Anfang – Luxus
Wir sind mit dem Zug von Delhi nach Kalka gefahren. Das ging schnell, etwa nur 5 h mit dem Shatabdi Express. Die Mopeds kamen mit dem Lkw dorthin und wir haben sie am Bahnhof in Empfang genommen. Kleine Proberunde und schon ging’s los, noch am selben Tag nach Shimla. Nach einem feudalen Mal und einer luxuriösen Nacht im Cecil Oberoi haben wir am nächsten Tag schon eine sehr lange Distanz zurückzulegen. Lange Etmale in Indien sind (mit dem Motorrad) alles über 100 km. Die Energie die man in Europa investiert um 400 km auf Landstraßen zurückzulegen reicht gerade aus um hier auf 100 km zu kommen. Trotz GPS war es nicht sehr leicht über die vielen verschlungenen Wege aus Shimla hinaus zu finden und wir mussten oft nach dem Weg fragen. Dann ging es lange und einsamen hinunter in das Tal des wilden Sutlej, der über ein riesiges Canyonsystem aus Tibet nach Indien fließt. wir haben den seltenen befahrenen Weg über den Jalori La gewählt um ins Kullu Valley zu gelangen. Der Jalori La ist so ungefähr einer der steilsten Passstrassen Indiens. Wir hatten am Nachmittag noch relativ viel Zeit verloren, da es unter dem Pass einen Hangrutsch gegeben hatte. Unser Begleiterfahrzeug kam auf keinen Fall durch, aber wir schafften es unsere Motorräder durch den Gatsch und das Geröll zu schieben. Bei Anbruch der Dunkelheit erreichten wir die Passhöhe und fuhr noch etwa 1 h Tal abwärts, sogar im ersten Gang noch stark bremsend, bis wir im zweiten oder dritten Dorf dann schließlich auf Martin trafen, der in einer sehr kleinen netten Lodge für uns einen Schlafplatz reserviert hatte. Der Begleitjeep trudelte dann erst um 4 h morgens ein.
Der nächste Tag war kurz und führte uns auf einer netten Nebenstraße durch das Kullu Valley nach Naggar, einer alten Königsstadt, die hoch auf einer Anhöhe über dem Fluss lag. Praktischerweise war der König, wie alle anderen seiner Gattung, auch nach Delhi ausgewandert und der Palast war zu einem Hotel umgebaut worden. In selbigem nächtigten wir und aßen noch einmal gut. Martin, unser Begleithippie sammelte eifrig fünfzackige Blätter und wir besichtigten am Abend noch das sehr interessante kleine Röhrichmuseum.
Am folgenden Tag ging es über den schon erwähnten Rohtang La. Unglaubliche Staubwolken und stinkende Kolonnen von LKWs, die wir verzweifelt versuchten zu überholen. Bei dem ganzen Gehüpfe und irgend einem solcher Manöver verlor ich dann wohl den Benzinkanister, der hinten am Motorrad in einem eigenen Staufach gesteckt war. Einer der LKWs war ein paar Stunden vorher den Hang hinunter gerutscht und Bergearbeiten behinderten den Verkehr zusätzlich. Solche ‘hinunter gerutschten’ Fahrzeuge sahen wir dann noch öfter. Manches Mal waren sie schon von der Kraft des Wassers in Einzelstücke zerlegt worden, manche lagen weit unten als Gerippe auf dem Hang und einmal sahen wir einen PKW zu einem netten Würfel zusammen geknautscht neben der Straße liegen und versuchten eifrig zu erraten, welche Automarke das wohl einmal gewesen sein mag.

Das Hochland beginnt
Was folgt sind zwei lange Tage bis Leh. Eine Übernachtung in Keylong in einem eher lausigen Hotel; eine Nacht im Zelt bei Sarchu. Besonders die Fahrt über die Moore-Hochebene blieb mir in Erinnerung. Die Straße, die sonst links an diesem ausgetrockneten See vorbeiführt, war gerade unter Reparatur und so fuhren wir geradeaus durch Staub, Geröll und manchmal auch ziemlich tiefen Sand. Ich war erstaunt, wie gut das mit der normalen Straßenbereifung ging und dass auch der Luftfilter mitmachte. Am Horizont, auf den wir zufuhren, brauten sich dunkle Wolken zusammen und Blitze zuckten wild. Sah gar nicht lustig aus, zumal wir die einzigen Blitzableiter weit und breit waren. Immerhin gab’s noch die Hoffnung auf die Gummisreifen und tibetische Beschwörungen murmelnd tuckerten wir in die dunkle Wand und dann auf den nächsten Pass.
Leh war erst einmal wieder erholsam. Die Stadt liegt wie eine Oase im Staub, sanft an jene Hänge geschmiegt, die schliesslich auf den Khardung La führen. Eigentlich war ein zehntägiges Trekking nach Zanskar geplant, das aber auf Grund etlicher Hindernisse nach drei Tagen abgebrochen wurde – Kotzen, Meuterei der Pferde und ihres Führers, Fehlplanungen der organisierenden Reiseagentur, Höhenkrankheit, etc. – die Klassiker. So kehrten wir zurück nach Leh und machten uns ein paar schöne Tage. Die einen fuhren ins Nubra Valley, Sonya und ich gingen drei Tage trekken und ungenannte andere faulenzten einfach in der Stadt.
Dann der letzte Teil der Reise: Zuerst nach Lamayuru, ein wirklich schön gelegenes Dorf mit Kloster, das als idealer Hintergrund für Shangri-La Filme dienen könnte. Dort wieder in einem sehr schönen Gästehaus übernachtet, mit kleinem Garten und Aussicht auf zerklüftete Berge, Regenbogen, Mondlandschaft und Pappel-Oasen. Der weitere Weg führte über Mulbekh, das die Grenze zwischen buddhistischer und muslimischer Bevölkerung markiert. Wir übernachteten in Kargil, das wir alle weit weniger schlimm empfanden, als uns von den meisten geschildert worden war. Der Ort hat die Ausstrahlung einer alten Karawanserei. Leider liegt er momentan etwas im Eck, wie noch vor ein paar Jahren Graz zur Zeit des eisernen Vorhanges.
Der folgende Tag beginnt kalt. Als die ersten Sonnenstrahlen das tiefe Tal erreichen frühstücken wir in Drass, dem angeblich kältesten Ort Indiens. Zuerst an pittoresken Pferdekoppeln vorbei, rollen wir dann wieder bergauf zum letzten Pass, dem Zoji La. Die Staubsstraße hinunter nach Sonmarg ist wieder abenteuerlich und wir sind erneut erleichtert über den wenigen Verkehr. Sonmarg ist ein kleines Paradies und das grüne Tal, das sich nun langsam nach Kaschmir öffnet, lädt sehr zum Verweilen ein. Wir haben jedoch wenig Zeit, wollen wir doch noch am selben Tag nach Srinagar gelangen. Zudem sind wir nicht sicher, wie frei man sich außerhalb der Hauptstadt Kashmirs wirklich bewegen darf. Der Begleitjeep fährt voraus, da der Fahrer den Weg besser kennt. Ab Mangom schleichen wir über enge Nebenstraßen und gelangen am späten Nachmittag an den Nagin Lake. Wir finden das perfekte Hausboot; ruhige Lage, verhaltener viktorianischer Luxus, Badewanne (!), gutes Essen, und sehr nette Besitzer. Letztere fahren mit uns die kommenden zwei Tage herum und sind sehr hilfreich bei der Entdeckung der Umgebung. Nach dem obligatorischen Teppichskauf machen wir uns dann auf den Weg in die letzte Stadt, Udhampur, von wo wir dann auf den Zug umsteigen wollen.

Das Wollen stößt auf eine Barriere an lokaler Bürokratie. Der Gepäcksoberbeamte will offenbar geschmiert werden, und wir wollen offenbar nicht verstehen, dass er das will. Beide Parteien schalten auf stur. Trotz etlicher Stunden, die uns verblieben waren um die Abfertigung der Motorräder abzuwickeln, trotz 1. Klasse Tickets, durch die unsere Fracht eigentlich bevorzugt werden sollte, kamen wir nicht voran. Somit musste unser Reisemechaniker, Manali, zurückbleiben, sich um den Rest der Fracht kümmern und mit einem späteren Zug nachkommen. Die Fahrt von Srinagar nach Udhampur war auch mehr als stressig gewesen. Bei weitem am meisten Verkehr bisher auf unserer Reise. Das nächste Mal beenden wir die Sache in Srinagar und laden die Motorräder auch beim Rückweg auf einen Lkw.

Fazit
Ein anonymer Reisebegleiter und Spitzensportler meinte abschliessend, dass diese Reise die wohl bisher anstrengenste in seinem Leben gewesen sei. Das hat mich zuerst ein wenig verwundert, bis ich dann begonnen habe die letzten Wochen für mich selbst zu rekapitulieren. Die Höhe und auch die Trockenheit machen einem sehr zu schaffen. Man merkt beides nur nicht so deutlich, weil der Blick ständig auf die Großartigkeit dieser Landschaft gerichtet ist. Heutzutage ist Ladakh wahrscheinlich tibetischer als Tibet, die Menschen sind sich sehr ähnlich. Die Weite ist beinahe die des Meeres und die Farbe des Himmels höhenbedingt äußerst intensiv. Ich würde es auf jeden Fall noch einmal machen.

Rolwaling Himal – Im Land des Yeti
Montag, 5.4.2010 – Simigaon (das Böhnchendorf)
Tsampa und Bioflorin zum Frühstück. Essen: Kartoffel mit Kakerlaken. Dann Flöhe im Bett und Auszug ins Zelt.
Dienstag, 6.4. 2010 – Dongyang
Keine Schwarzbären getroffen, dafür Waldbeeren – Walderdbeeren – jede Menge, aber leider nur in blühender Form. Und natürlich Rhododendron in rot, rosa und weiß – in dieser Reihenfolge von unten nach oben; beinahe alchemistische Präzision. Die Karten sind sämtlich falsch, aber man findet den Weg. Nett ist der Weiler Kyalche, wo man auch schlafen oder zelten kann. Gutmütige Sherpa Wirtsleute mit Geschäftssinn und vielen Kindern und ein paar Geissen – letztere angeblich hauptsächlich für die Kinder zum Spielen. Der Zeltplatz von Dongyang liegt direkt am Fluss mit Sandstrand und wiederum vielen kleinen Zicklein. Merke: hochschwangere Ziegen grasen im Knien.
Mittwoch, 7.4.2010 – Beding
Nett für Wanderer, frustrierend für Bergsteiger. Padmasambhava-Höhle, ein Passionsweg cum Orientierungslauf. Eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang oben gewesen. An zwei alten Weiblein vorbei, die uns in die Irre geschickt haben. Wir Zelten bei einer rundlichen Frau, die fünf Kinder hat. Der älteste studiert in den USA. Das Dorf ist fast leer, da beinahe alle auf der Sommerweide in Na sind. Die meisten hier haben drei Häuser. Da keine Menschen im Ort sind und alles ausgestorben, müssen wir wohl auf Na hoffen um einen Guide für die verschlungenen Pfade nach Tashinam zu finden. Sogar der Lama ist in Na. Ich spüre ein bisserl die Knie heute. Da wir endlich in spannendere Gegenden kommen, aber aus Zeitmangel schon bald wieder umkehren müssen, spüre ich auch den Kopf.
Außerdem eine kleine Schmutzkrise. Das Bergleben in Nepal und Tibet ist definitiv nicht idyllisch, sondern meist stumpfsinnig, kalt, voll Hunger und eben Schmutz. Ich nehme es den Leutchen nicht übel, dass sie sich keine Zeit zum Kehren nehmen. Hier, fast eine Woche von der Zivilisation, herrscht Mittelalter. Da können die gelegentlichen Eco-Himal Brunnen oder spärlichen Solarfunzeln nicht darüber weg helfen. In der Stube hängt eine riesige Schamanentrommel samt dem dazu gehörigen charakteristisch gebogenen Schlägel. Trotz Wandbildchen und Schriftrollen bin ich nicht mal sicher, ob überhaupt der Buddhismus schon angekommen ist. Dafür gibt’s Stille, erfreulich wenig Wind, Gletscherbrüche rundum und nochmals Stille. Kamine gibt’s jedenfalls nicht und selbst wenn man nicht unmittelbar in der Küche sitzt, sondern im kalten Nebenzimmer, wird man noch geselcht. Drum haben hier alle den grauen Star.
Habe alle Flohbisse mit wissenschaftlicher Genauigkeit und Kugelschreiber eingekringelt um den Fortschritt der Dekontaminationskampagne besser überwachen zu können. It’s all about Evaluation nowadays. Bei jeder Übersiedlung vom Bauernhäuschen ins Zelt gibt es ein Screening mit Hosen abklopfen, Socken schütteln und späterem Schlafsack nach kontrollieren. Alles was schwarzer Punkt ist und zuerst da und dann plötzlich weg, ist wohl einer gewesen. Wohin dieser Punkt jedoch sich abgesetzt hat ist schwer nachvollziehbar und erinnert mich an Opis Geschichten aus dem Partisanenkrieg. Aber o.k., machen wir aus einem Floh kein Hippopotamus. Morgen scheint die Sonne wieder und zu den Kartoffeln gibt’s heute sogar Ketchup sowie gegebenen ja Käse, der auf der Moos’schen Härteskala gleich hinter Diamant kommt und erst in heißem Wasser eingelegt werden muss, damit man ihn reiben kann.

Kartoffeln werden nur halb gekocht da das Brennholz rar ist und in der Höhe die Dinge ja ohnehin viel langsamer kochen. Another Eleutherococcus please!
PS: wie wir nun wissen braucht man/frau Stampfbeinchen nicht nur für den klassisch indischen Tempelstanz und das Weinpressen in Maharashtra, sondern hier auch fürs Wäsche waschen. Alles in einen Bottich, Seife dazu und los gestampft bis die Seifenblasen munter schillernd empor stieben. Ab bestimmt auch eine positiv prophylaktische Wirkung auf die Hornhaut und senkt die lokalen Pedikürekosten. (Was für ein Glück, ist gerade keine Blutegelsaison!) Ein Adler kreist auf Augenhöhe zu unserem Zeltplatz und gleitet dann Richtung Dorfzentrum. Wir gehen hier immer um acht ins Bett (in den Schlafsack) und stehen um 5.00 Uhr schon wieder auf. Sollte eigentlich ein Schlafüberschuss rausschauen – aber irgendwie brauchen wir Großstadt-Wabbler das gerade. Außerdem bleibt mal wieder Zeit zum Träumen. Ich, zum Beispiel, habe letzte Nacht in einem kleinen Geschäft in Asien – das sich später als Kaufhaus aller KaDeWe in Berlin entpuppte – eine kleine graue Katze namens Hermann (!) erstanden. Nun konnte ich beim vormittaglichen Durchschreiten der großen Fadheit dann rätseln, woher Hermann, die anschmiegsame graue Katze in meine Traumwelt geschlichen war. Wieso überhaupt Hermann? Oder haben wir es hier mit einer prophetischen Vision zu tun, inspiriert durch die heilige Abgeschiedenheit des Rolwaling? Aber wie um Himmels willen deuten ohne Daniel weit und breit? Mir selbst fällt bei Hermann nur Göring ein. Als eine Weltuntergangsvision in Form einer grauen Katze? Aber sind es sonst nicht die grauen Mäuse, die dafür verantwortlich sind?
Donnerstag, 8.4.2010 – Beding – Na – Beding
Lämmergeier gesehen. Er ist 10 m neben uns auf Augenhöhe geflogen. Es war kurz vor Sonnenuntergang und er folgte dem Flusslauf auf seiner allabendlichen Runde. Beim Abstieg nutzte leider die heimkehrenden Yaks denselben Weg. Doch Sonya trat ihnen beherzt entgegen mit einem 5 kg Stein bewaffnet, den sie zwar wohl nicht hätte weit werfen können, aber im Nahkampf wäre er bestimmt von Nutzen gewesen und hätte möglicherweise sogar einen Treffer landen können. Im Ernst, bloßes Bücken reicht schon. Im Gegensatz zum Wiener Naschmarkt Jungs kommen die Yaks dabei nicht näher sondern nehmen reissaus, da sie die Steinwürfe fürchten. Überhaupt tun sie einem nur etwas, wenn sie fürchten müssen beladen zu werden. Verständlich irgendwie.
Freitag, 9.4.2010 – Tamakosital
Auf dem Rückweg sehen wir wieder Waldbrände. In Tashinam sorgen sich Holländer dass wir zwischen ihnen zelten könnten und so ihr Gruppenverhalten stören würden. All das nach 11 h Marsch mit fast 2000 m Abstieg. Uff! Sonnenstich und Knieschmerzen. Ein Horizontsschleicher der Superlative – mit schönen Aussichten. Das nächste Mal bitte mehr Zeit!
–> Mehr Photos gibts hier.

Tagged Opis Geschichten, Sonya
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Mein Computer versteht mich endlich
Es ist schon seltsam, wie die Gesichter von Verwandten und Wahlverwandten sich ähneln und miteinander harmonieren.
Als ich neulich mit Aperture die automatisch erkannten Gesichter mit den wirklichen Namen der Leute abglich, traten seltsame Zusammenhänge zu Tage. Die ersten automatisch erkannten Gesichter stimmen üblicherweise gut mit der Wirklichkeit überein. Weiter unten sind dann einige fremde Gesichter dabei; ganz am Ende der Liste werden dann nur noch Fremde angezeigt. Indem man die von dem Programm ausgespuckten Gesichter bestätigt oder zurückweist füllt man einerseits die Gesichterkategorien und hilft andererseits dem Programm zu lernen.
Interessant bei diesem, an sich langweiligen Prozess, sind bestimmte Ähnlichkeitsmuster, die auftreten. So ist es seltsamerweise oft eine besondere Person die gehäuft als erste fremde Person in der Liste auftaucht. In meinem Fall war es Diepak, Sonyas älterer Bruder. Im Fall von Sonya – Saras älterer Schwester – tauchte erstaunlicherweise zuerst ein Mann auf – nämlich Frederic – Saras langjähriger Freund.
Conclusio
Eine erste simple Conclusio könnte sein: Sara suchte lange Jahre nicht einen Freund, sondern unterbewusst einen Ersatz für ihre ältere Schwester. Sonya wiederum suchte keinen Mann, sondern einen Ersatz für ihren älteren Bruder.
Erschreckend was so eine Maschinen an unterbewussten Gruselverstrickungen zu Tage fördert. Erstaunlich, wie wir die Gesichtszüge der Wahlverwandten mit denen von unmittelbar Verwandten abgleichen – zumindest scheint es so. Andererseits gewöhnen wir uns an den Schrecken; so lasse ich mich doch inzwischen nicht nur von der Maschine analysieren, sondern spreche mittlerweile auch schon mit ihr. So etwa alle zwei Jahre testete ich jeweils die neueste Spracheingabesoftware. Trotz Verwendung ausgezeichneter Mikrofone war ich bisher immer mäßig zufrieden gewesen. Diesmal jedoch scheint die neueste Technik verwendungsreif zu sein. So habe ich diesen Text, nach einer vergleichsweise viel kürzeren Lehrzeit, beinahe fehlerfrei diktieren können – in jedem Fall viel schneller als wenn ich es auf der Tastatur geschrieben hätte.

Endlich, er versteht mich
Endlich – der Computer versteht mich. Nicht nur meine psychologischen Muster, sondern auch was ich sagen will. Das trifft sich wunderbar mit meiner momentanen Beschäftigung mit der Kultserie “Battlestar Galactica”, in der es ebenfalls um die Auseinandersetzung – im etwas gewalttätigeren Sinne – zwischen Mensch und Maschine geht. Sind sie erst einmal geschaffen, lernen die Roboter offenbar schneller als wir Menschen. In der Serie haben sie uns innerhalb von wenigen Jahren überholt, denken in viel größeren Maßstäbe, reinkarnieren ihre gerade erst akquirierte Bewusstseine präzise wie Tulkus, und – mehr noch – halten sich für Götter.
Aus diesem Grunde habe ich mir soeben ein kleineres Netbook bestellt, dass zwar eine viel längere Akkulaufzeit hat, als mein jetziges Notebook, dafür aber eine viel schwächere Rechenleistung. Mein jetziges Notebook werde ich bei eBay verkaufen und davor jegliche Software radikal löschen. Vielleicht kann ich auf diese Weise zumindest verhindern, dass mein Computer mir demnächst erklärt, er sei mein Gott. Auch werde ich die nächsten Monate regelmäßig mit einem Skalpell in die Lüftungsschlitze stoßen, um zu sehen ob etwa Blut hervorquillt. Sollte einer meiner elektronischen Geräte beginnen organisches Gewebe zu entwickeln, würde ich es/sie/ihn mit einer Hand voll Sandelholz zum Ganges tragen und rituell verbrennen. Irgendwo muss Schluss sein – derweilen geht es aber noch.
Tagged Computer
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